Die Vielfalt der Bündner Urlaubsangebote hat zahlreiche Wurzeln. Eine der wichtigsten bildet die Sprache, denn Graubünden ist der einzige dreisprachige Kanton der Schweiz. Die Menschen im Bündnerland sprechen zu etwa 68 Prozent Deutsch, 15 Prozent unterhalten sich in Rätoromanisch und 10 Prozent in Italienisch. Dazu kommen noch 7 Prozent andere Sprachen. Rätoromanisch wird ausschliesslich in Graubünden gesprochen und gelebt, dafür gleich in fünf Idiomen und der Schriftsprache "Rumantsch Grischun", die 1982 geschaffen wurde. Seit 1996 ist Rätoromanisch zudem Teilamtssprache des Bundes (Bezeichnung für den Schweizer Staat).
Deutsches Sprachgebiet
Rund zwei Drittel der Bündner Bevölkerung bezeichnen heute Deutsch als ihre Hauptsprache. Grob lässt sich dabei folgende Dreiteilung vornehmen: Walserdeutsch wird im Rheinwald, in Vals, Safien, im Schanfigg mit Arosa, im Prättigau mit Klosters, in Davos und in der Enklave Obersaxen gesprochen. Das Bündnerdeutsch mit den typischen offenen Vokalen ist in Chur, im Churer Rheintal und in den angrenzenden ehemals romanischen Gegenden anzutreffen. Im Samnaun sprechen die Einheimischen einen tirolisch-bayrischen Dialekt.
Rätoromanisches Sprachgebiet
Allein das romanische Sprachgebiet ist ein Fest für Sprachforscher. Es teilt sich in verschiedene Regionen und fünft Idiome. Das Unterengadin und das Val Müstair gehören traditionell zum Einzugsgebiet des Vallader, im Oberengadin wird Puter gesprochen, im Bündner Oberland Sursilvan, im Domleschg und im Schams Sutsilvan sowie im Oberhalbstein und im Albulatal Surmiran.
Italienisches Sprachgebiet
Die vier Südtäler Graubündens, in denen Italienisch gesprochen wird, werden "Grigioni italiani" genannt. Es handelt sich dabei um das Misox (ital. Val Mesolcina), das Calancatal (ital. Val Calanca), das Bergell (ital. Val Bregaglia) und das Puschlav (ital. Val Poschiavo). Diese Gebiete zeichnen sich durch eine ausgesprochene sprachliche Eigenständigkeit und durch verschiedenste lokale Dialekte aus.
Die Dreisprachigkeit ist eines der zentralen Merkmale Graubündens. Um die Vielfalt zu erhalten, bedürfen die Minderheitensprachen Rätoromanisch und Italienisch einer besonderen Förderung. Die Bemühungen des Kantons mündeten im Sprachengesetz von 2008. Mit seiner Hilfe soll die Dreisprachigkeit als Wesensmerkmal des Kantons gestärkt werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für die kantonale Mehrsprachigkeit zu festigen sowie die rätoromanische und italienische Sprache zu erhalten und zu fördern. Die Mehrsprachigkeit lebt auch in den Schulen und der Verwaltung. Die Schulbücher wurden bis Mitte der 2000er Jahre in sieben Sprachen herausgegeben, nicht nur in Deutsch und Italienisch, sondern auch in allen fünf rätoromanischen Schriftdialekten. Seither wird der Schulstoff nur noch in „Rumantsch Grischun“ veröffentlicht.
Weitere Informationen zur Rätoromanischen Sprache
Lia Rumantscha: Dachorganisation aller Romanischsprachigen
Romanisches Wörterbuch
Sprachlernprogramme für die romanische Sprache
Pro Grigioni: Dachorganisation aller Italienischsprachigen in Graubünden